Pfadfinderregel Nr.1: Campe nie in einem trockenen Flussbett…
Mit Charly unterwegs zu sein ist immer anders als alles andere. Es geht schon damit los, dass es um 6Uhr früh losgehen soll, damit man nicht bei Hitze im Auto gart. Brav stehen wir „Touris“ gestiefelt und gespornt bereit und finden Charly in einem Chaos von Dingen. Soll der 100Kilo-schwere Duschvorhandhalter, den er gebastelt hat und so gerne ausprobieren würde mit? „Nein, Charly, ich kann durchaus mal ohne Vorhang im Badezeug duschen“… Gegen 10 Uhr sind wir dann immerhin schon in Outjo, wo nur kurz noch ein paar Angelegenheiten zu regeln sind. Gegen 14 Uhr haben wir fertig eingekauft und fahren die 700km gen Spitzkoppe los… Mit Gelassenheit und Humor ist das alles lustig und wird durch die unzähligen Besonderheiten und schönen Plätze, die Charly zeigen und erklären kann, schnell wettgemacht. Als Pauschaltourist ist an solche Orte kein rankommen. Wie dem auch sei, schließlich hat man es gut durchgebraten geschafft und findet sich mit Charly nach halsbrecherischer Fahrt und ständig drohendem Liegenbleibem im Treibsand des Nirvana in einem ausgetrockneten Flussbett – es ist Regenzeit - des Ugab-Flusses wieder, schlägt die Zelte auf und fragt sich, was gleich noch der Hintergrund für oben genannte Pfadfinderregel war. Egal Feuermachen, 6 Pfannen benutzen, um Fleisch und mindestens 6 Beilagen zu köcheln – Salz hat Charly dabei leider vergessen – und den Sonnenuntergang, Wildnis und Tiere genießen, köstlich Kudu auf dem Lagerfeuer rösten.
Der Regen und damit reißende Fluss kam zu unserem Glück erst 2 Tage, nachdem wir wieder weg waren. ABER als wir uns am nächsten frühen Nachmittag, nachdem alle Pfannen, Töpfe und aufgebauten Dinge wieder eingepackt waren, zur Weiterfahrt wieder in die Gegenrichtung – und einzigen Ausweg– wandten, näherte sich von dort eine Gruppe der seltenen Wüstenelefanten - mit Jungtieren. Selbst Charly wurde vorsichtig: Auto ganz an den Rand, in der Hoffnung, der Spieltrieb der Elefanten hält sich in Grenzen und ab in die Felsen. Das Auto bliebt verschont, 2 Stunden saßen wir fest, es hätte auch der Rest des Tages sein können… Aber sowas ist in solchen Momenten nebensächlich, das Erlebnis, diese tollen Tiere in Natura und außerhalb jedes Nationalparks erleben zu dürfen, sowie die wilden Paviane und Klippenspringer überwog natürlich alles!