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„If you worry you die, if you don’t worry you die – so why worry?”

… meinte old Charly zu mir, als wir auf dem Gipfel eines Berges zusammen ritten und sich drei gewaltige Gewitter aus drei Himmelrichtungen trafen  - über besagtem Berg. Glücklich mit Gunnar (der in weiser Voraussicht im Camp geblieben war), hing ich doch etwas mehr am Leben und hatte vorsichtig angefragt, ob wir uns vielleicht etwas ins Tal begeben sollten, statt exponiert mit der Rübe den höchsten Punkt im Gelände zu bilden. „Nun gut“, dachte ich mir nach Charlys lapidarer Antwort, ritt dichter auf und legte mich nach vorn über den Pferdehals. Charlys Pferd war höher… Natürlich hatte Charly mit lebenslanger Erfahrung alles im Blick und Griff, lange bevor es wirklich ernst wurde, waren wir im trockenen, blitzfreien Camp (ich kleiner Schisser)...

Charly hatte auch die tolle Idee für uns, die Pferde 200km mit LKW auf eine befreundete Jagdfarm mit vielfältigerer Fauna als bei ihm zu fahren, damit wir dort zwischen den Wildtieren reiten könnten. Wollte er sowieso mal ausprobieren... So stießen wir nach einer Etosha-Fotosafari wieder zu ihm, dort auf Johanns Farm, um Giraffen, Bergzebras, Oryx u.v.m. vom Pferd aus zu erleben. Ging auch prima los, die Giraffen waren schnell gefunden, und wir kamen problemlos bis auf wenige Meter heran – Wildtiere, auch bei uns, verhalten sich viel weniger scheu, wenn man sich ihnen zu Pferd nähert. Bloß: die Pferde hatten noch nie Giraffen gesehen UND sahen diese auch nicht, als wir direkt vor ihnen standen. Dann haben die Giraffen sich bewegt… Zum Glück ist kein Pferd durchgegangen, aber es reichte: Innerhalb von Sekunden schwitzten die Zossen so sehr, dass sie am ganzen Körper schäumten, und zitterten in einer Amplitude, als säße man auf einem Massagestuhl. Ansonsten Schnauben, Springen, Bocken – besonders für Gunnar auf Varki, der schon so manchen Reiter (aber noch nie einen Gast) zerdengelt hat, gar nicht lustig. Sobald die Giraffen wieder bewegungslos standen, haben die Pferde sie nicht mehr gesehen und wurden noch ängstlicher. Der Rückweg und der Rest der Zeit dort waren hart, da von da ab jeder Schmetterling, jedes knackende Ästchen für die Pferde ‚Giraffen’ – riesige, beängstigende, unbekannte Stelzenläufer - waren… Ein unvergessliches Erlebnis, auch meine Abende dort allein als Frau mit Gunnar zwischen den 'Jägerkerlen' am Lagerfeuer - hat meinen englischen Wortschatz erheblich erweitert, bloß dass ich den nicht unbedingt im Geschäftsleben einsetzen sollte.

Ein Ritt mit Charly im Farmgelände bringt mehr als 50 Reitstunden zu Hause. Er ist ein großartiger "Horseman" und Lehrer. Charly ist eigentlich mehr Pferd als Mensch und hat die Tiere solide ausgebildet. Er hat soviel Können und Pferdeverstand, dass er jedes Tier innerhalb von Sekunden in den Griff kriegt, ihm dieses vertraut und hört, auch wenn es gerade mal die letzten Montae wild im Busch verbracht hat.