Bild oben: Warten auf Charly, der zu Fuß hinter einem Kudu her ist...
Lebensgrundlage mit Glück und Können
Mit Charly auf Jagd zu gehen ist auch ein Erlebnis für sich. Jagen gehört zur Farmwirtschaft dazu und deckt einen großen Teil der Farmbewohnerversorgung inkl. Angestellte. Ein bis zweimal im Monat wird ein Kudu erlegt. Von Charly am liebsten mit Pfeil und Boden zu Fuß oder in einem getarnten Hochsitz (=Hide). Er hat eine unangefochtene Erfolgquote. Aber, auch vom Jeep aus, gilt nicht „wir fahren mal eben los, einen Kudu abballern“. Nein, unserer Erfahrung nach ist man gerne 5-10 mal unterwegs, bis es einen Erfolg gibt, das Tier hat eine echte Chance.
Zu meinem lustigsten Jagderlebnis gehört, als ich einmal am späten Nachmittag mit Charly zu einer 'Hide’ aufgebrochen bin, wir hatten Hunger. 200m im Jeep davor, Ansage von Charly: nun nicht mehr reden und leise sein. Ich also mucksmäuschenstill. 100m davor Jeep geparkt. Ich leise, Charly knallt die Tür zu… Mmmmh. Beladen mit Bogen, Pfeilen, Gewehr, einer Wolldecke (?), 2 Isomatten (??) und zwei leeren Luftmatratzen (???) pirschten wir im Gänsemarsch zur Hide, einem Wirrwarr von Tarnstoffen in 4m Höhe auf dünnen Eisenstelzen mit Hängeleiter. Mit dem Gepäck waren wir weder beim Pirschen, noch beim Hochklettern besonders leise. Aber gut, wir waren ja früh genug da, also vor den Tieren die in der Dämmerung zu der Stelle zum Salzlecken kommen sollten. Dachte mir so, wir sind jetzt leise und warten. Dachte ich mir so. Schuffel, schuffel, kletter übereinander bis wir auf dem schmalen Sitzbänckchen über der Erde schwebten. RITSCHRATSCH, fängt Charly an, die Luftmatratzen zu zerreißen, wundert sich, dass diese innen verschweißte Kammern haben, die beim Zerreißen laut sind. Was hat der Mensch vor? Wo wir schon mal da sind, will er die ‚Hide’ ausbessern und bastelt, wobei wir halsbrecherisch übereinander klettern und wieder mal alles andere als leise sind, die Luftmatrazenfetzen sowie Wolldecke zur Tarnung and den Innen-„Wänden“ an. Die Isomatten verschnallen wir auf dem Sitzbänkchen, gegen Splitter und Dreck. Charly immer besorgt, um seine weiblichen Begleiter, auch wenn diese jede Notwendigkeit abstreiten. Nun sitzen wir endlich. Ob noch ein Tier kommt, das uns im 10km Umkreis NICHT gehört hat? Ich zucke brav mit keiner Wimper, Charly fängt an, seinen Bogen auszuprobieren. Hatte mich schon gefragt wie er das Riesenteil in den beengten Verhältnissen händeln will. RITSCH-RATSCH, Klettverschüsse für den Armschutz werden geöffnet und verschlossen, alles angetüdelt. Es ist ein 80-Pfund-Bogen, den Charly - und nur Charly - mühelos ziehen kann. DANN probiert er, ob er zielen kann und wundert sich, dass er nicht mal ansatzweise das Schußloch erwischt und überall mit den Bogenenden fest hängt. RITSCH-RATSCH, alles wieder abtüdeln, doch das Gewehr. Die Sonne war mittlerweile fast untergegangen und das Ende von Lied, dass wir nach weiteren 15 Minuten unverrichteter Dinge die Hide wieder verließen und später die Tiefkühlbox plünderten…
Aber sonst ist Charly ein begnadeter Jäger, und der Misserfolg dieses Ausfluges auf die für ihn ungewohnt weibliche Begleitung zurückzuführen, der er - wie immer - viel zu viel bieten wollte...
Für Jäger und angehende Jäger, die Jagen lernen wollen statt schnell gegen Geld ihre Liste abzuarbeiten, ist Charly ein Geheimtipp. Ausgebildeter Hunting Guide mit lebenslanger Erfahrung, ob mit Gewehr oder Bogen.