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Klopersonal ohne Trinkgeld

In unserer Offenstallhaltung mit Sandboden im Stallbereich haben wir wenig mit 'Mist' im Sinnes des Einstreu-durchsetzten Ausmisten zu tun. Was uns wie jedem Pferdehalter bleibt, sind die Pferdeäppel und das nicht zu knapp. Bei unseren 2 Zossen 150-170 Liter pro Tag - weit über 50.000 Liter pro Jahr! Wir äppeln i.d.R. die gerade benutzte Weidefläche täglich ab, in ständiger Begleitung unserer anhänglichen Schieter. Das Abäppeln verringert das Wurm- sowie sonstiges Erkrankungsrisiko (Bakterien in Hufen die z.B. zu Strahlfäule führen können) und pflegt die Weide erheblich. Bei 2 Pferden und gut 1,5 ha ist das zum Glück noch händelbar. Wichtig ist eine Entwurmung 5 Tage vor einem Weideflächenwechsel durchzuführen, in dem Zeitraum werden die Würmer ausgeschieden und damit auf die alte und nicht die neue Weide... Sonst wird der Magen-Darmtrakt zwar einmal durchgereinigt, die Pferde infizieren sich aber sofort wieder. Weidewechselflächen an sich sind genauso wichtig, um die Wurmbelastung gering zu halten und damit sich die Flächen erholen können. Nach Bedarf wird gegen Moos und wiederum Würmer gekalkt (gekörnter Gartenkalk kein Brandkalk, der ist schädlich für die Pferde!) und gedüngt, wenn der Bewuchs zu spärlich wird. Ggf. kann man Bodenproben analysieren lassen. Entweder kurz vorm Winter am besten aber im Frühjahr vor dem ersten Wachstumsschub.

Wir haben die Weidefläche in 3 Einheiten für den Wechselbetrieb eingezäunt und können unseren Hottels so Weidegang bis weit in den Dezember bieten. Immer in Benutzung ist der Dauerauslaufbereich von ca. 1/3 Hektar. Da wird mit der Zeit und besonders nach den Herbst-, Winter und Frühjahrsmonaten wohl kaum noch eine Grasnarbe zu sehen sein... Unser Tierarzt hat uns für geraten, diesen Bereich ebenfalls 5 Wochen nach der Herbstwurmkur und Frühjahrswurmkur zu kalken, da das weiter die Würmer abtötet (austrocknet). Das ist in der eher matschigen Zeit auch für die Hufe  als 'Kur' gut, die damit ebenfalls trockener und härter werden, wirkt so auch z.B. Strahlfäule entgegen.

Positiv denken!
Philosophisch betrachtet ist das tägliche Äpfelsammeln auch eine wirkungsvolle Therapie: Das physische Einsammeln der 'Scheiße' lässt sich wunder bar mit dem einsammeln der täglichen 'Kopf-Scheisse' - Ärger im Büro, kniffelige Probleme, Sorgen usw. - verbinden. Symbolisch sammelt man diese parallel zu den dunklen Haufen ein und packt sie säuberlich auf einen Haufen. Am Ende ist so manches im Kopf durchdacht, gelöst und verarbeitet... Davon mal abgesehen sind wir in der glücklichen Position, das bisher nichts - aber auch gar nichts - von uns als notwendiges Übel empfunden wird, was sich um die Tiere dreht. Auch Abäppeln, Hühnerstall ausmisten, Schweinchenkäfig sauber machen - all das macht uns ehrlich befriedigenden Spaß. Das Gefühl den Vier- und Zweibeinern ein schönes zu Hause zu bereiten ist einfach schön - schöner für uns als unser eigenes zu Hause herzurichten (manchmal leider ;-)...

Manchmal teilen wir uns zum Abäppeln auf, eine(r) morgens, eine(r) abends oder wechseln uns tageweise ab. Am schönsten ist aber das gemeinsame, abendliche Abäppel-Ritual, wenn wir gemeinsam werkeln und dabei die Erlebnisse des Tages austauschen oder Revue passieren lassen können.