Rubens als Job-Coach
Nicht umsonst gibt es durchaus zahlreiche Manager-Seminare mit Pferden als Sparringspartnern. Durch Beobachten von miteinander agierenden Pferden und dem Umgang mit den Tieren, lässt sich viel Positives sowie grundlegende Erkenntnisse und Fähigkeiten auf den Umgang mit Mitarbeitern und Kollegen – Menschen überhaupt - übertragen und trainieren.
Beim Umgang mit Pferden, lernt Mensch verstärkt zu zu hören, auf kleinste, körperliche Signale zu achten und das für längere Zeiträume am Stück, nämlich für die gesamte Zeit des Umganges mit dem Pferd.
Warum?
Ein Pferd ist ein Fluchttier und muss 24/7 auf Sendung sein, dass ist für ein Pferd überlebenswichtig. Seine Sinne sind auf Details fokussiert, d.h. leinste Veränderungen und Geräusche in und aus der Landschaft oder beim/vom. Sabbel und gestikuiere ich mein Pferd voll, wird es schnell nicht mehr die eigentliche Botschaft erkennen und mich irritiert ansehen wenn nicht gleich ganz ignorieren. Es darauf ausgerichtet kurze, gezielte aber eben auch feinste Signale in zu verarbeiten, erwartet genau das auch vom menschlichen gegenüber. Zudem sind Pferde im allgemeinen - bis auf Rubens - multitaskingfähig. Links gucken, unten den Huf über die Baumwurzel heben usw.
Das alles sind wir Menschen im Allgemeinen nicht gewöhnt, entspricht nicht unserer Natur. Wir können ausblenden, abschalten, verdrängen, zerdenken und zerreden. Vor allem unser Aufmerksamkeitsvermögen ist recht kurz (7 Minuten am Stück...) und sehr sprunghaft. Wie Hund auf Katze, treffen wir auf das Pferd und letzeres wird nicht anfangen zu reden und sich auf uns einstellen. Wir müssen uns auf die Kommunikation der Pferde einlassen und davon können auch unsere Mitmenschen profitieren!
Wer kennt es nicht, dass er im Gespräch mit einem z.B. Kollegen, diesem gar nicht mehr zuhört, weil einem gerade ein Gedanke gekommen ist, den man im Kopf schon ausformuliert oder man überlegt, wie man an die Kaffeekanne am anderen Ende des Tische gelangt.
Der Umgang mit Pferden trainiert die eigenen Aufmerksamkeitskapazitäten was Ausdauer angeht und das Sich-reduzieren also das Sich-wirklich-auf-das-zu Fokussieren-was-gerade-anliegt sowie Multitasking.
Typisches paralleles Beispiel und ‚Fehlverhalten’ beim Umgang mit Pferden, ist der Putzplatz. Nebenan putzt der Reitkollege, und mit dem unterhält man sich über die Ereignisse des Tages: was man gleich beim Reiten vor hat – das der Butterkuchen im Cafe Möller nun 1,50 kostet usw. Geputzt wird automatisch nebenbei, auf das Pferd kaum geachtet, oder erst, wenn es zu spät ist. Dabei hat man in der Regel zahlreiche Signale des Pferdes, wie das abschweifende Ohrenspiel z.B. zu einem interessanten Gegenstand am Boden ‚verpasst’, mit dem das Pferd bereits angedeutet und angefragt hat, ob es damit spielen, es untersuche darf. Unsere Nicht-Reaktion gibt ihm quasi die Erlaubnis dazu, und wir reagieren erst, als es nach vorne tritt und sich mit dem Teil beschäftigt. Zu spät! Dann wird es gestraft und Pferd kann das wiederum nicht verstehen, denn es hatte doch von uns die Erlaubnis… Rangordnung und Vertrauen werden gestört, der Mensch hat sich ignorant und respiktlos verhalten, was sich hin bis direkt im Anschluß beim Reiten mit daraus resultierenden Problemen auswirkt. Oder der Kollege zu recht sauer und frustriert ist, weil er nachträglich einen Rüffel für etwas bekommt, worauf er schon vor Monaten hingewiesen oder wofür er vor Monaten die Erlaubnis bekommen hat - nebenbei... Auch wenn ich meinem Kollegen aus was für Gründen auch immer nicht zu höre und entsprechend reagiere, verhalte ich mich respektlos bzw. verliere den Respekt des Gegenübers, der vielleicht zukünftig dicht macht oder eben ohne mich entscheidet.
Hier kann Mensch lernen, kontinuierlich aufmerksam zu sein und respektvoll jedes, Signal und 'Wort' des Gegenüber wahrzunehmen, zu deuten und rechtzeitig zu reagieren – so wie es ein Pferde untereinander tun.
Aber auch im allgemeinen Auftreten anderen gegenüber tut sich viel. So ein kopfstarker, körperlicher Kracher wie Rubens fordert ein entsprechendes Entgegentreten: klare Stimme, gerader, breiter Rücken, stabiler Stand, fester Blick. Bei jeder Begegnung, das übt! Somit stelle ich fest, dass es mir immer weniger ausmacht und immer leichter fällt, klar und zusammenhängend vor und mit anderen zu reden. Ein nicht zu unterschätzender, positiver Nebeneffekt.
Übrigends haben wir auch schon extrem positive Erfahrungen mit einem menschlichen 'Coach' gemacht! Wer kein Pferd zur Hand hat kann sich vertrauensvoll an Joachim Heiderich wenden. Ein großartiger Mensch, der einen - gerne auch mal provokant - über sich selbst hinauswachsen lässt!
Mehr: www.chronometa.de
Und wer was für seine Präsenz und Präsentationen tun möchte, nicht nur glänzen, sonder sich vor allem dabei auch noch wohlfühlen will, dem kann ich zu www.eisbrecher-praesenz.de raten
Toll hat Rubens meiner besten Freundin Birte 'geholfen'. Erstens ihre Angst vor den ansonsten von ihr geliebten Pferden zu überwinden, und ich denke auch ansonsten ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Es ist schon ein beeindruckendes Gefühl, wenn ein so großes, starkes Tier auf einen achtet und hört. Noch vor einem Jahr traute sie sich nicht auf die Weide. Heute tapert sie begeistert mit Rubens, der ihr frei an ihrer Seite folgt, über die Weide, lenkt und dirigiert ihn. Besser kann ich das auch nicht!