Liebe auf den ersten Knabser EIGENTLICH war ich auf der Suche nach einem typischen Westernpferd, einem Quarter wie Sunny oder ein Appalosa vielleicht, natürlich im alten Stocktyp - quadratich, praktisch, gut. Aber wir wurden so gar nicht fündig oder vielmehr: es sollte anders kommen ... Wir fuhren in der Zeit zur Messe 'Nordpferd' in Neumünster, um uns für den Einzug der Pferde mit z.B. Zaunmaterial zu rüsten. Da standen wir rumbummelnd schließlich vor einer Box, an der 'zu verkaufen' stand. Gunnar linste hinein, sah den schwarz-braunen Brocken, bzw. eigentlich nur einen Megahals mit viel Mähne, und witzelte 'Nimm doch den!'. Rubens und ich beäugten uns, Gunnar wurde schwummrig und blieb das Lachen im Halse stecken... Diesen Blick von mir kannte er und fühlte sich sehr an den Meerschweinchenkauf von Horst und Heinz erinnert ( Meerschweinchen )... Um mich war es eindeutig geschehen, als ich schließlich bei Rubens in der Box, später mit ihm draussen auf dem Messeglände stand und er zutraulich unter anderem meine Jacke zerkaute... Mich hat vor allem seine offensichtlich 'unverletzte', kindliche Art beeindruckt - ein Pferd ohne Trauma und schlechte Erfahrungen mit Menschen, dabei sehr kontaktfreudig, wach und neugierig auf einfach alles. "Welt, hier bin ICH!" Aber durchaus bedacht in meinen Entscheidungen: Ein Proberitt sollte es zeigen! Ehrlich gesagt, war ich - mit den wohl üblichen Vorurteilen gegenüber den schweren Rassen - davon ausgegangen, dass sich dieser 'Spleen', ein Kaltblut als Westerpferd zu erstehen, schnell mit einem Ritt erledigen würde. Aber ich saß weder im Spagat, noch bewegte sich Rubens typisch kaltblütig und kutschpferdig, d.h. unwendig, aufgerichtet mit wenig Hinterhandeinsatz. Im Gegenteil, er tritt wahnsinnig weit mit der Hinterhand unter, macht sich rund und trabte mit mir im besten 'Western'-Jog, also Schleichtrab die Nase fast am Boden, durch die Halle. Es funkte und passte einfach rundum zwischen uns. Auch wenn Gunnar heute noch gerne von 'King Kong und der weissen Frau" im Zusammenhang mit meinem ersten Galopp auf Rubens spricht, sicher zu Recht... So kamen wir zum Dölepferd Rubens (eingetragen in Norwegen als 'Stadumbrun', geboren am 30.5.99)... Wer so ein Dölepferd haben möchte, sollte sich vor allem bewußt sein, dass sich diese robusten, intelligenten und neugierigen Pferde unter Umständen, also in einer Charakterausprägung wie Rubens, nicht für Boxenhaltung und gemütliches 1-2 x Reiten die Woche eignet. Diese Tiere brauchen viel Sozialkontakt, Bewegung und vor allem Beschäftigung, insbesondere für den Kopf, um ausgeglichen und damit ein glückliches Pferdeleben zu haben. Im Fall von Rubens könnte es sonst auch schnell ein problematisches Pferd werden. Ach ja, und man sollte sich sicherheitshalber beim nächstliegenden Zoo über den Bau von Elefantengehegen schlau machen... Mehr? -> www.doelepferde.de
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KLEINE HOMPAGE-TOUR Rubens: ein Wuchtbrummer! Eine unglaubliche Persönlichkeit ist mein Rubens! Trotz dem relativ kleinen Stockmaß von 150 cm, kann er 2m groß aussehen... Er ist unendlich neugierig, sehr einfallsreich und zeichnet sich durch viel emotionales Gehabe aus. Da wird schon mal ungeduldig gescharrt und wütig schnaubend gestampft. Mit seinen gut 600 Kilo rückte er jedem neugierig sehr körperlich und dicht auf die Pelle - seinem Nordpferdetyp entsprechend. Ihm gilt es, mit geradem Rücken, breiten Schultern und fester, klarer Stimme zu begegnen, sonst droht er einen zu überrollen. Da war zunächst reichlich Erziehung angesagt, ihm deutlich Grenzen setzen, z.B. beim Begrüßen und Abschnüffeln, sonst drohte es zu einem unfreiwilligem Strip zu kommen, und die Jacke zerkaut am Boden zu liegen. Er hat nichts Böses im Sinn, nur einfach keine Hemmungen in seiner Neugier und Kontaktfreude, ist aber bei entsprechedem Auftreten sehr achtsam und respektvoll. Mehr dazu auch unter 'Be strict!'. Heute hält er zu UNS und wenn wir dabei sind höflich Abstand und nähert sich vorsichtiger. Rubens ist der Boss! Zumindest auf der Weide und so ein Pferd fordert bzw. testet seinen Menschen besonders und immer wieder. Ganz besonders Rubens: so prollig er wirkt, so sensibel und fein nimmt er jeden Blick, jede Geste, jede Nachlässigkeit war - und quittiert sie sofort. Schließlich ist er fast 24h der Boss und hält Wache. Da muss ich schon sehr überzeugend, nachvollziebar und konsequent sein in den 1-4h, die ich am Tag mit ihm verbringe. Dessen sollte sich jeder bewusst sein, der so ein Boss-Pferd hat: das ist anstrengend und auch manche Ansprüche müssen anpasst werden. Rubens ist auch ein lustiges Pferd mit viel Schabernack im Kopf, das sich auch gerne mal selber Streiche spielt. Da erschreckt er sich gerne mal vor seinem eigenen Pferdeapfel, der hinter ihm auf den Asphalt klatscht oder dem Liter Wasser, den er gerne nach dem Trinken noch im Maul behält, dort vergißt, und der ihm dann überraschend vor die Hufe platscht. Er schafft es sich im Offenstall festzulegen und macht sich schon mal mit der Tierarzttasche im Maul vom Acker, drückt mit dem Po Zaunpfähle um, nachdem er festgestellt hat, dass die Stromlitzen nur auf einer Seite lang gehen, schmeisst Wasserbottiche durch die Gegend und Mistkarren um... Auch einen heftigen Schlag am E-Zaun hat er sich schon eingehandelt, weil er das wasservolle Maul drüber hielt, aus dem es auf das Stromband floss... Kaum ein Tag vergeht, an dem wir uns nicht kaputt lachen, denn dieses Pferd muss man einfach mit Humor nehmen... Optisch, charakterlich, und mittlerweile auch im Umgang und zum Reiten ist Rubens einfach (m)ein Traum und super spannend. Ein sehr urtürmliches Tier, den Wildpferdrassen sehr nah, dabei aber so aufmerksam und fit in der Pferdebirne, dass er meist innerhalb von Sekunden versteht und umsetzt, was frau von ihm will. Genauso muß ich viel lernen, um mit so einem starken, emotionalen Typen klar zu kommen. Er möge es mir verzeihen, das ich da oft nicht so fix und helle bin wie er... Meine Entscheidung werde ich sicher nie bereuen! KLEINE HOMEPAGE-TOUR
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