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Von wegen Hühner sind 'dumm und langweilig'!

Von spannendem Sozialverhalten bis ausverkauften Theatervorstellungen...

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Nicht ohne Grund vergisst Gunnar regelmäßig die Zeit beim Tüdeln mit den Hühnern, haben wir eine Sitzbank ans Gehege gestellt und sitzen dort oft als gebanntes Publikum. Hühner sind spannend und viel mehr als blosse Eier- und Keulchen-Lieferanten. Das Ausfechten der Hackordnung, wer mit und wer gegen wen antritt, action-reiche Insektenfangaktionen, Gebalze und Gepluster - Soap, Drama, Action, Thriller und Comedy den ganzen Tag...

Hervorheben möchte ich zum einen Frau Wagner, eine unserer ersten beiden Araucaner-Hennen benannt - mangels Einfallsreichtums - nach dem nächstbesten Namen der im gerade laufenden Tartort genannt wurde. Frau Wagner ist knapp dem frühzeitigen Suppentopf entgangen, da sehr zickig und aggressiv. Da schien sich eine gefürchtete Federpickerin (und wer will schon Nakthühner haben) herauszukristallisieren. Andererseits legtE Frau Wagner die größten Eier... Sie blieb der Charakter der intriganten, zickigen Bösewichtin, der Hahn und 2 weitaus größere Maranhennen hatten sie aber bereits um einiges friedlicher stimmen können... Letztendlich erlag Frau Wagner leider einem ungeklärten, mysteriosen Tod. Niedlich ist dagegen das aufgeregte Gegacker, wenn ein Ei gelegt wurde. Ist man zeitnah da, weiß man gleich was los ist.

Zum anderen ist das galante Hahn-Verhalten, das Hähnen allgemein eigen ist, von unserem Hahn zu erwähnen. Ganz Gentlemen und um seinen Harem bemüht, wetzt er fleissig durch die Gegend auf der Suche nach Essbarem, um dieses dann lautstark zu vermelden, wenn gefunden. Er frisst dann nicht etwa selbst, sondern nimmt z.B. die Beere in den Schnabel und wirft sie mehrfach einem brav angetrabtem Huhn vor die Füsse, bis diese das rafft und sie frisst. Erst wenn die Hennen dem Hahn genügend versorgt scheinen, frisst er selber die kläglichen Reste. Gelegentlich untergräbt er dabei allerdings sein Autorität und Kompetenz, wenn er unermüdlich versucht, seinen Hennen mangels wirklicher Schätze einen gefundenen Plastikschnipsel anzudrehen... Auch sein Beschützerinstinkt ist ausgeprägt: ständig wird der Himmel nach Feinden im Auge behalten, sich nähernde Katzen und Menschen mit verschiedenen Warnlauten angesagt. Allerdings ist er der erste, der wegrennt... Bezüglich Freßtechnik ist er der schlauste und einzige der nicht bloß zufällig seinen Fuß oder gezielt eine Kralle auf ein Salatblat setzt, um dieses zum Herauspicken mundgerechter Happen zu fixieren. Sehr faszinierend ist sein Anlernen von Junghühner. Dann und nur dann, wenn eine junge Henne ins Eierlegenalter kommt, aber noch nicht so recht weiß wo und wie, dann geht der Hahn vor ihr rein und raus aus einem Nest, um ihr zu zeigen, was zu tun ist!

Seit 2007 hat unser Hahn Konkurrenz. Einen Araucaner-Hahn haben wir behalten, mochten uns nicht von dem schönen Exemplar trennen, schon gar nicht per Schlachtbeil. Da er sich friedlich benimmt und dem 'alten' nix tut, durfte er bleiben.

Im Allgemeinen steht die Truppe gegen 4:00 morgens auf (Hähne krähen , dank Doppelverglasung und dicker Steinmauer uns aber damit nicht aus dem Bett) und begeben sich bei uns bereits gegen 18:00 auf die Schlafstangen, eine immer wiederkehrende 30-minutige Platzfindprozedur, bei der am Ende doch jede(r) am üblichen Platz landet. Wenn das Wetter gut ist geht es freudig hinaus, wird gescharrt und im Sand gebadet (natürlich bieten wir auch drinnen ein Sandbad für Regenwetter an) und zu einem Mittagsschläfchen in der Regel wieder hinein.

Als große Fans von alten Haustierrassen ist auch unser Geflügel etwas besonderes und sehr international: Penedezenca, eine spanische Lanhuhrasse die die einzigen klassisch-aussehenden Hähne hervorbringt die braunlegig vererbt, Araucaner, die südamerikanischen Grünleger, Marans, eine französische Fleischrasse, die schokoladenbraune Eier legt und schließlich unsere Puschels, chinesische Seidenhühner mit schwarzem Skelett...

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